Wolters Kluwer Deutschland

Aktuelle Ausgabe der GuG

GuG 1/2019

Einzelheft: 51,00 €

Der Preis versetzt sich inkl. Mehrwertsteuer, zuzüglich Versandkosten

Erscheint am 02. Januar 2019

Jetzt bestellen

Zum Inhaltsverzeichnis

Aus dem Inhalt

Die sachverständige Mietpreisbewertung als Problem der Anwendung statistischer Methoden
Manfred Stelter / Rudolf Swat

Abstract: 
Sachverständige Mietpreisbewertung fußt auf einem Pool an Datensätzen zu Mieten hinreichend merkmalsähnlicher Mietobjekte. Dann jedoch ist sachverständige Mietpreisbewertung eine dem Bewertungszweck und der Datenlage angemessene Anwendung mathematisch-statistischer Verfahren, um die nachgefragte Miete als Punktwert und als Spanne sog. üblicher Werte festzustellen. Die Darstellung derartiger Herangehensweisen ist im fachlichen Schrifttum häufig in dem Sinne tradiert, als der statistische Background der angewendeten Kenngrößen auf beschreibende und schließende Statistik nicht zu Ausdruck gebracht wird. Anliegen des Beitrages ist es deshalb, gerade auf diese Grundlagen hinzuweisen und ihre praktische Anwendung in konkreten Situationen des Vergleichswertverfahrens zu erläutern.

 

Integrale Wertermittlung in Sanierungsgebieten
Erich Kanngieser

Abstract:
Die Ermittlung von Bodenwertsteigerungen in städtebaulichen Sanierungsgebieten zählt zu den sehr wichtigen und komplexen Aufgaben in der Grundstücksbewertung. Das integrale Bewertungsmodell zur Ermittlung sanierungsbedingter Bodenwertsteigerungen ermöglicht die Modellberechnung durch die Übertragbarkeit der empirischen Daten unterschiedlicher Sanierungsgebiete mittels zweier neuer Klassifizierungsrahmen. Die bundesweite Kompatibilität der Datensätze wird durch das Klassifizieren der Sanierungsgrundstücke erreicht und mittels moderner stochastischer Verfahren werden die neuen aktuellen Modelle sanierungsbedingter Wertsteigerungen abgeleitet. Außerdem wird in diesem Beitrag die Akzeptanz der Modellierung im Bereich der sanierungsbedingten Wertsteigerungen in der bundesweiten Rechtsprechung behandelt.

 

Quantitative Darstellung von Unsicherheiten – Methoden der Risikoanalyse im Ertragswertverfahren
Benjamin Gembruch

Abstract:
Das Varianzfortpflanzungsgesetz und die Monte-Carlo-Simulation sind bekannte Methoden zur Risikoanalyse im Ertragswertverfahren. Sie ermöglichen es, zu einem Verkehrswert eine Bandbreite anzugeben, innerhalb welcher der Verkaufspreis zu erwarten ist. In der Fachwelt wurden hierzu bereits einige Artikel veröffentlicht, welche zur Vereinfachung jedoch stets annahmen, dass zwischen den Größen des Ertragswertverfahrens keinerlei Abhängigkeiten bestehen. Im Rahmen einer Masterarbeit wurde diese Annahme nun gelöst und Abhängigkeiten in Form von Korrelationskoeffizienten in die Methoden der Risikoanalysen integriert. Im Ergebnis zeigt sich eine Veränderung der Risikobewertung.

 

Wie Klimarisiken und Anforderungen an die Nachhaltigkeit Immobilienwerte beeinflussen
Sven Bienert / Thomas Lützkendorf

Abstract:
Aktuelle Forschungsergebnisse wie bspw. aus dem Projekt RentalCal können Hilfestellung bei einer entsprechenden Bemessung von Zu- und Abschlägen im Rahmen von Bewertungen geben.

 

Neue Rechtsprechung des BGH: Keine Schadensbemessung anhand der fiktiven Mängelbeseitigungskosten im Werkvertragsrecht mehr!
Juliane Reichelt / Andreas Lutz

Abstract:
Die Höhe des werkvertraglichen Schadensersatzanspruchs statt der Leistung (sog. kleiner Schadensersatz) kann nicht (mehr) anhand der fiktiven Mängelbeseitigungskosten bemessen werden. Mit anderen Worten: Ein Besteller, der auf die Beseitigung des Mangels verzichtet, kann vom Unternehmer nicht Schadensersatz in Höhe der fiktiven Mängelbeseitigungskosten verlangen.
Im nachfolgenden Beitrag werden die Entwicklung der Rechtsprechung sowie der rechtliche Rahmen der jetzt noch möglichen Varianten der Schadensbemessung dargestellt.
Mit Urt. v. 22.02.2018 – VII ZR 46/17 – hat der für das private Baurecht zuständige VII. Zivilsenat des BGH seine ständige Rechtsprechung zur Ersatzfähigkeit fiktiver Mängelbeseitigungskosten im Rahmen des werkvertraglichen Schadensersatzes statt der Leistung (sog. kleiner Schadensersatz) aufgegeben. Mit seinen weiteren Entscheidungen v. 21.06.2018 – VII ZR 173/16 – sowie v. 05.07.2018 – VII ZR 35/16 – hat der BGH die neue Rechtsprechung bekräftigt.
Die Entscheidungen haben weitreichende Auswirkungen auf bereits anhängige und künftige Bauprozesse sowie auf die Praxis der Sachverständigen, die von den Gerichten mit der Bemessung der Höhe des mangelbedingten Schadens eines Werks beauftragt werden. Sie sollen daher zum Anlass genommen werden, die rechtlichen Rahmenbedingungen der Bemessung des sog. kleinen werkvertraglichen Schadensersatzes bei Verzicht auf die Mängelbeseitigung zu beleuchten. Bei dem sog. kleinen Schadensersatz statt der Leistung behält der Besteller das mangelbehaftete Werk und verlangt, so gestellt zu werden, als ob mangelfrei erfüllt worden wäre. Im Unterschied dazu weist der Besteller bei dem sog. großen Schadensersatz statt der Leistung das Werk insgesamt zurück und verlangt Schadensersatz für die Nichterfüllung des gesamten Vertrags.
Im ersten Teil wird die Entwicklung der Rechtsprechung des BGH zur Ersatzfähigkeit fiktiver Mängelbeseitigungskosten dargestellt (Ziffer 1). Der zweite Teil setzt sich mit den jetzt noch verbleibenden Methoden der Schadensbemessung auseinander (Ziffer 2). Ein kurzes Fazit schließt den Beitrag ab (Ziffer 3).

 

Aus der Praxis: Wertermittlung einer Krematoriumsimmobilie
Thomas Kral

Abstract:
»Von der Wiege bis zur Bahre, Immobilien – Immobilien« könnte man eine bekannte Redewendung umformulieren. In Deutschland sterben im Jahr – bei steigender Tendenz – etwa 900.000 Menschen. Ein immer größer werdender Anteil wählt die Feuerbestattung. So stieg auch die Zahl der Krematorien in Deutschland, wovon zwei Drittel privat betrieben und häufig zeitgemäß gestaltet und ausgestattet sind. Der zunehmende Wettbewerb führte zu Zusammenschlüssen und Stilllegungen, insbesondere bei kommunalen Betrieben. Krematorien sind spezielle Betreiberimmobilien, die keine etablierte Anlageklasse bilden. In ihnen wird der Sarg in den Brennofen eingefahren und die Asche im Anschluss in eine Urne gefüllt. Darüber hinaus werden oft zusätzliche Leistungen angeboten. Dieser Beitrag aus der Praxis zeigt Auszüge aus einem Gutachten zur Verkehrswertermittlung.