Wolters Kluwer Deutschland

Aktuelle Ausgabe der GuG

GuG 4/2020

Einzelheft: 52,00 €

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Erscheint am 25. Juni 2020

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Aus dem Inhalt

Immobilienrichtwerte – Ansätze und Methoden ihrer Ermittlung
Dietmar Weigt/Desiree Fitzner/Stefan Sloot

Abstract:
Immobilienrichtwerte sind durchschnittliche Lagewerte für Immobilien und sind mit Bodenrichtwerten vergleichbar. Sie beziehen sich in der Regel auf ein für diese Lage typisches »Normobjekt« und können Vergleichsfaktoren für bebaute Grundstücke i.S.v. § 13 ImmoWertV i.V.m. § 193 Abs. 5 Nr. 4 BauGB darstellen. Sie werden von den Gutachterausschüssen in NRW auf der Grundlage der Kaufpreissammlung ermittelt und veröffentlicht. Immobilienrichtwerte können unter Umständen die Grundlage für die Markt- bzw. Verkehrswertermittlung im Vergleichswertverfahren nach § 15 Abs. 2 ImmoWertV sowie Nr. 2 Abs. 2 VW-RL bilden. Die Ermittlung von Immobilienrichtwerten bietet sich für bestimmte Teilmärkte (z.B. Wohnungseigentum sowie Ein- und Zweifamilienhäuser) an. Im Beitrag wird die Bedeutung der Vergleichsfaktoren für bebaute Grundstücke insbesondere der Immobilienrichtwerte in NRW aufgezeigt. Dabei werden die bestehenden Definitionen sowie die Rahmenbedingungen für ihre Ermittlung vorgestellt. Anhand der Umsetzung im Kreis Steinfurt werden Methoden zur Ermittlung von Immobilienrichtwerten aufgegriffen, die Möglichkeiten der dazu anwendbaren statistischen Verfahren aufgezeigt sowie die Bildung von Immobilienrichtwertzonen mit der Programmiersprache R und dem zugehörigen Statistikprogramm RStudio aufgezeigt.

 

Der Wohnungsmangel in deutschen Großstädten: Reurbanisierung und Angebotselastizität
Christian Schultze

Abstract:
Der Grundgedanke der durchgeführten Untersuchung ist, die von Medien und Politik vielfach diskutierte Problematik des Wohnungsmangels in vielen deutschen Großstädten als Nachfrageüberhang aufzufassen. Den nachfrageseitigen Erklärungsansatz bietet der Reurbanisierungstrend mit einer zunehmenden Nachfrage nach innerstädtischem Wohnraum seit Beginn der 2000er Jahre. Ein daraufhin unzureichendes Wachstum des innerstädtischen Wohnungsangebotes ist in ökonomischen Begrifflichkeiten durch eine geringe Angebotselastizität begründet, welche als Gegenkraft der Reurbanisierung in Großstadtregionen wirken kann.

 

»Corona« – Wertermittlung in der Krise
Guido Eusani

Abstract:
Das Corona-Virus erschüttert Deutschland und die Welt. Weite Teile des öffentlichen Lebens wurden lahm gelegt und werden derzeit nur schrittweise wieder geöffnet. Die Immobilienzeitung vom 23.04.2020 titelt »Die Immobilienwerte sind eingefroren«. Der Beitrag befasst sich mit den Anforderungen an Verkehrswertgutachten in einer Situation, die dem Notstands- und Katastrophenfall gleichkommt.

 

Sachwertfaktoren in A-Städten – aktuelle Bewertungspraxis 2017–2020 und Problematik in Hinblick auf den Beleihungswert
Helmut Scherr/Helmut Thiele

Abstract:
Sachwertfaktoren in A-Städten wurden in einem früheren Beitrag1 in Bezug auf die Relevanz zum Immobilienmarkt und die Plausibilität der Verkehrswerte untersucht. Im Folgenden werden in den sieben A-Städten, also den wichtigsten großstädtischen Immobilienmärkten, die Sachwertfaktoren im Hinblick auf Ihre Handhabbarkeit und Systematik untersucht, gerade im Hinblick auf Ihre Aussagegröße und Relevanz zum Beleihungswert.

 

Ermittlung der Ausgleichsbeträge für Grundstücke in Sanierungsgebieten, marktkonform, rechtssicher, rationell und transparent, durch Anwendung einer geeigneten Zielbaummethode
Herbert Sattler/Jörg Sattler

Abstract:
Eine Replik auf Prof. Hebbel, »Sanierungsausgleichsbeträge nach der Zielbaummethode - staatlicher Betrug in Milliardenhöhe bei Grundeigentum in förmlich festgelegten Sanierungsgebieten?« in GuG 02/2020. Bedauerlicherweise werden in seinem Beitrag unzutreffende Behauptungen erhoben. Diese könnten die Verantwortlichen der Kommunen, Gerichte, Sanierungsbeauftragte und Sachverständige verunsichern. Deshalb werden in dem folgenden Beitrag einige Korrekturen bzw. Richtigstellungen vorgenommen. Zusätzlich wird mit dem Brandenburger Modell ein Verfahren vorgestellt, welches in jeder Hinsicht den Anforderungen des Baugesetzbuches, der ImmoWertV 2010 und der Bodenrichtwertrichtlinie entspricht.