Wolters Kluwer Deutschland

Verlegerische Stärke kombiniert mit globaler Technologiekompetenz

Verlegerische Stärke kombiniert mit globaler Technologiekompetenz

Martina Bruder, CEO Deutschland und Managing Director Region Central bei Wolters Kluwer, über die neue Strategie im Bereich Legal.

Mit einer neuen Strategie für den Bereich Legal und die Zielgruppen in Recht und Verwaltung fokussiert sich Wolters Kluwer Deutschland auf die eigenen unternehmerischen Kernstärken: herausragende verlegerische Inhalte in definierten Rechtsgebieten kombiniert mit globaler Technologiekompetenz und einem profunden Wissen über die konkreten Arbeitsabläufe der Kunden in Kanzleien, Notariaten, Rechtsabteilungen und in der Öffentlichen Verwaltung.

Auf welche Inhalte fokussieren Sie sich künftig?
Martina Bruder (mb): Unsere inhaltliche Kompetenz basiert auf unserer über 200-jährigen verlegerischen Tradition in Deutschland. Im Bereich Recht ist die Verlagsmarke Carl Heymanns praktisch der Inbegriff für renommierte Inhalte in Notarrecht, Gewerblicher Rechtschutz und Insolvenzrecht. Werner Verlag steht synonym für Baurecht. In der Zielgruppe Verwaltung ist die Verlagsmarke Luchterhand bundesweit stark in der Sozialgesetzgebung und Carl Link Kommunalverlag gut positioniert mit regionalem Schwerpunkt in Süddeutschland.

Folglich werden wir uns künftig auf diese inhaltlichen Stärken fokussieren und unser erfolgreiches Verlagsangebot weiter profilieren, komplettiert durch ein breites horizontales Basisangebot.

Worauf basiert die Technologiekompetenz von Wolters Kluwer Deutschland?
mb: Weltweit haben insgesamt 19.000 Kolleginnen und Kollegen im vergangenen Jahr einen Umsatz von 4,4 Mrd. € erzielt, davon 88% mit digitalen Angeboten und Services. Wir sind Teil eines internationalen Unternehmens, das sich nicht nur als Anbieter von Fachinformationen versteht, sondern auch als Technologieunternehmen. Was uns besonders stark macht: 35 Technologiespezialisten in Deutschland und weltweit mehr als 1.000 - vom Programmierer über Spezialisten für User Experience oder Anwendungsentwicklung bis hin zu Experten für Computerlinguistik und Artificial Intelligence.

Wir entwickeln Technologien, die unmittelbaren Nutzen für unsere Kunden stiften und unsere Inhaltekompetenz hervorragend ergänzen.

Wie möchten Sie die Digitalisierung erfolgreich gestalten?
mb: Unserer Strategie liegt die Überzeugung zugrunde, dass wir die Arbeit unserer Kunden in Recht und Verwaltung mit digitalen Angeboten zukünftig weit besser als bisher unterstützen und erleichtern können. Nicht zuletzt durch unsere über Jahrzehnte gewachsene Bindung zu unseren Autoren und Kunden wissen wir, wie sie heute arbeiten und in Zukunft mit digitaler Unterstützung arbeiten möchten. Mit AnnoText, TriNotar und Winra entwickeln wir außerdem seit fast 40 Jahren führende Software-Lösungen, mit denen Kanzleien, Notariate und Rechtsabteilungen ihre Arbeitsabläufe digital organisieren. Aus diesem Wissen heraus entwickeln wir unser Digitalangebot in zwei Schritten weiter und lösen im Herbst unsere bisherige Recherchedatenbank JURION ab. In einem ersten Schritt schaffen wir auf Wolters Kluwer Online ab Herbst 2018 ein neues Digitalangebot, das einen qualitativ hochwertigen Zugriff auf die bewährten und renommierten Fachinformationen beinhaltet. Mit einer besonders nutzerfreundlichen Bedienung und einer hochmodernen Recherchetechnologie werden die Kunden – klar strukturiert in den Nutzerwelten Wolters Kluwer Recht und Wolters Kluwer Verwaltung – bestmöglich in ihrer täglichen Arbeit unterstützt. So werden Inhalte zu Wissen.

Wie sieht der „qualitativ hochwertige“ Digitalzugriff aus?
mb: Herzstück ist eine intelligente Suche, ergänzt um praktische Arbeitshilfen wie beispielsweise Dossiers. Perspektivisch werden darauf aufbauend die Funktionalitäten stetig weiterentwickelt. Eine der nächsten Ausbaustufen wird die dialogbasierte Erstellung von Dokumenten und Verträgen sein, die unter anderem auf den bewährten Inhalten der Formularbücher wie z.B. eines Kersten/Bühling basieren.

Unsere Ambition ist es, einen neuen technologischen Standard zu setzen, der über das bisherige Konzept einer juristischen Datenbank hinausgeht. Wir arbeiten an Funktionalitäten wie Ähnlichkeitssuche und Prognosen zur Unterstützung bei der Falllösung, die wir in Zukunft in unser Digitalangebot integrieren.

Wir liefern so einen deutlichen Mehrwert gegenüber herkömmlichen juristischen Datenbanken.

Was erwartet Ihre Kunden im zweiten Schritt?
mb: Parallel entwickeln wir praxisnahe Expertenlösungen für den täglichen Arbeitsprozess in der juristischen und behördlichen Praxis. Während wir im ersten Schritt Inhalte zu Wissen machen, wird im zweiten Schritt Wissen zu Lösungen, indem wir den tatsächlichen Workflow unserer Kunden digital abbilden, technologisch unterstützen und praktische Inhalte integrieren.

Eine erste Lösung entsteht aktuell für das Baurecht in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Der Fokus liegt hier darauf, einen Sachverhalt oder einen Fall zu strukturieren und die dazugehörigen Dokumente zu organisieren. Auch eine automatische Dokumentenanalyse und -erstellung ist ein wesentlicher Bestandteil. Wir übersetzen also Arbeitsabläufe und Arbeitsschritte so in Software, dass diese unsere Kunden unmittelbar in ihrer anwaltlichen Tätigkeit unterstützen.

Auch für den Bereich der Öffentlichen Verwaltung erarbeiten wir zurzeit ähnliche Lösungen, in enger Kooperation mit Städten und Gemeinden. Auch hier ist das Ziel, digitale Workflow-Lösungen zu schaffen, die in Kombination aus Fachinhalten und Technologie bestmögliche Unterstützung für die tägliche Arbeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Verwaltung bieten.

So sind wir mit der Kombination aus verlegerischer Stärke und globaler Technologiekompetenz hervorragend positioniert, um gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern die digitalen Lösungen von morgen zu erarbeiten.