Wolters Kluwer Deutschland

Global Legal Hackathon 2020 – die Jurymitglieder: Jenny Laube

Vom 06. bis zum 08. März 2020 findet in Köln mit dem Global Legal Hackathon 2020 eine von zahlreichen nationalen Vorausscheidungen weltweit für das Finale am 16. Mai 2020 in London statt. Ausgerichtet wird die Veranstaltung von Wolters Kluwer Deutschland, einem der führenden Anbieter von Fachinformationen, Software und Services im Bereich Recht, Wirtschaft und Steuern, und Ebner Stolz, einer der größten unabhängigen mittelständischen Prüfungs- und Beratungsgesellschaften in Deutschland. Wir stellen die Jury des Global Legal Hackathon 2020 vor.

„Die Menschen werden verstärkt auf den ‚Rat‘ von Algorithmen vertrauen“

Jenny Laube ist studierte Juristin mit einem Master in Internationaler Betriebswirtschaftslehre und seit Anfang 2020 Mitglied der Geschäftsführung der Arbeitnehmerkanzlei Chevalier GmbH.

Welche Rolle spielt Tech für die Arbeitnehmerkanzlei Chevalier?

Tech hat eine zentrale Bedeutung bei der Realisierung unserer Unternehmensmission. Als Ausgründung der Internet-Plattform Flightright war die Idee hinter Chevalier anfänglich, ein erfolgreiches Legal-Tech-Geschäftsmodell auf ein weiteres Rechtsgebiet – das Arbeitsrecht – zu übertragen. Wir sind mit dem Ziel angetreten, allen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern deutschlandweit Zugang zu einer exzellenten rechtlichen Beratung und Vertretung zu verschaffen und den Menschen gleichzeitig die Sorge vor hohen – im negativsten Fall sogar ergebnislosen – Kosten zu nehmen. Also bieten wir – ähnlich wie Flightright und andere Legal Techs – ein erfolgsbasiertes Finanzierungsmodell. Das bedeutet, dass wir dem Mandanten das Risiko der Rechtsdurchsetzung abnehmen. Und um dies zu ermöglichen und wirtschaftlich tragfähig zu sein, brauchen wir sowohl schlanke und effiziente Prozesse als auch automatisierte Systeme, die uns eine arbeitsteilige, datenbasierte und schnellere Arbeitsweise als die der anderen Akteure im Markt ermöglichen. So müssen wir beispielsweise die Erfolgswahrscheinlichkeit eines Falles schon zu Beginn so exakt wie möglich berechnen und auch die Wirksamkeit verschiedener Vorgehensstrategien kontinuierlich messen und analysieren können.

Welche Erwartungen haben Sie als Jurymitglied an den Global Legal Hackathon 2020?

Ich bin sehr gespannt darauf, wie die Teilnehmer unter Beweis stellen, dass in einer traditionell konservativen Branche mit Einfallsreichtum, Perspektivwechseln und Spieltrieb großes Innovationspotenzial realisiert werden kann.

Worauf werden Sie bei den vorgestellten Projekten/Ideen besonders achten?

Mein Augenmerk liegt vor allem darauf, wie konsequent die vorgestellten Ideen Lösungen für bestehende Schmerzpunkte einzelner oder mehrerer Akteure im Rechtsmarkt bieten und wie umfassend diese Schmerzpunkte dann durch die Ideen adressiert werden.

Welche Entwicklungen und Veränderungen erwarten Sie für den Rechtsmarkt in den kommenden fünf bis zehn Jahren vor dem Hintergrund der Digitalisierung?

Die Verbraucher werden sich zunehmend von klassischen Rechtsdienstleistern emanzipieren, indem sie verstärkt auf Hilfe zur Selbsthilfe setzen. Anwenderorientierte Applikationen unterstützen sie dabei, ähnlich wie wir dies bereits bei Software für Steuererklärungen, Versicherungsapps und Robo Advice im Banking beobachten konnten. Ich rechne damit, dass die Menschen verstärkt auf den „Rat" von Algorithmen vertrauen. Sie werden mit technischen Anwendungen interagieren und sich zunehmend darauf verlassen, dass in den Datenbanken alle relevanten Informationen, die neuesten Gesetzesänderungen und Rechtsprechungen hinterlegt und in Echtzeit aktualisiert werden. Sprachassistenten bieten dabei einen völlig neuen – nutzerorientierten – Zugriffskanal auf diese Informationen, indem sie für den Gesprächspartner die wichtigen von den unwichtigen Informationen unterscheiden, ohne dass es hierfür einer nennenswerten Vorbildung bedarf.

Weitere Infos und die Anmeldung zum Global Legal Hackathon gibt es hier: 
www.legalhackathon.de.