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Megatrends und Zukunftsszenarien der Digitalisierung

Megatrends und Zukunftsszenarien der Digitalisierung

Christian Baudis, Technologie-Experte.

Während Schlagworte wie Robotics, KI und IoT in aller Munde sind, macht sich der ehemalige Kopf von Google Deutschland und Top-Technologie-Experte Christian Baudis Gedanken, wie derartige Potenziale umzusetzen sind. Was die Teilnehmer auf dem Deutschen IT-Leiter-Kongress 2018 (DILK) von Christian Baudis‘ Vortrag erwarten dürfen, zeigt sich in seinem Gastbeitrag.

Erfahren Sie auf dem Deutschen IT-Leiter-Kongress 2018 in Düsseldorf, welche Arbeits- und Lebenswelten sich in den nächsten Jahren erheblich verändern werden.

Robotik & selbstfahrende Autos

Wir werden unweigerlich in eine Arbeitswelt geworfen, in der der klassische Produktions- oder der Lager- und Logistikarbeitsplatz in Frage gestellt wird. Der DB-Chef sagte neulich, er könne sich gut vorstellen, dass in zehn Jahren die Lokführer durch Roboter ersetzt werden. Eine Studie von PWC sieht die Brummifahrer auf der deutschen Langstrecke in Gefahr und der Atlas-Roboter von Boston Dynamics kann sogar schon die Lagerhalle nahezu perfekt verwalten. Wann standen Sie das letzte Mal in einer Telefonzelle? Bei mir war das im Jahr 1997. Nur zehn Jahre später kam das iPhone auf den Markt und war viel mehr als nur ein Telefon. Übertragen Sie diese technische Veränderungsgeschwindigkeit auf die Robotik und Sie können ansatzweise erahnen, wie unsere Welt in 20 Jahren aussehen wird!

eHealth & Mensch- Maschinen-Verknüpfungen

Im Gesundheitsmarkt werden unglaubliche Dinge geschehen. Die medizinische Analyse und Prävention wird durch digitale Endgeräte verbessert. Die Diabetiker-Linse von Google ist mit Ihrem Smartphone verbunden und misst in Echtzeit Ihren Blutzuckerwert. Und in fünf Jahren gehen wir zum Drogeriemarkt und holen uns das digitale Silikonpflaster „MC 10“, welches alle gängigen Körperanalysen ermittelt und sofort auf Ihr Smartphone spielt.

Die eigentliche Revolution wird sich im Bereich körperlicher Behinderungen auftun. 2014 präsentierte Hugh Herr die erste relevante Mensch-Maschinen-Verbindung unserer Zeit. Seine zwei Roboter- Bein-Prothesen „lesen“ die Gehirnbefehle aus den im Knie endenden Nervensträngen, indem sie die elektronischen Impulse auf einen intelligenten Bewegungs-Chip spielen und elektromechanische Befehle an die Roboterfüße weiterleiten. Diese Innovation ist der Grund, warum wir bspw. in den nächsten zehn Jahren Menschen laufen sehen, die ihr Leben lang an einen Rollstuhl gekettet waren.

Künstliche Intelligenz & Big Data

Wir haben in den letzten zehn Jahren die analoge Welt digital vermessen. Mit jedem digitalen Endgerät tun wir dies jede Sekunde unseres Lebens. Die gesammelte Datenmenge verdoppelt sich angeblich alle zwei Jahre. Amazon weiß heute schon, wann wir das nächste Mal Katzenfutter bestellen werden und lagert die Ware mengengerecht im nächstliegenden Auslieferungszentrum. Ab Bestellung dauert es keine neun Stunden mehr, bis es bei uns ausgeliefert wird. Bald sind es dann nur noch sechs, drei oder gar eine Stunde. Aus der Kombination von Daten (Big Data) und künstlicher Intelligenz lässt sich der Konsumwunsch von Morgen vorhersehen. Daher meint die deutsche Automobilindustrie, in fünf bis sieben Jahren bestellte Autos ein paar Tage später ausliefern zu können, weil man das gewünschte Auto schon vorproduziert hat!

Sensorik & Verknüpfungen

Seit der Einführung des iPhones 2007 erleben wir eine regelrechte Endgeräteexplosion. Diese Geräte werden immer schneller, leistungsstärker, günstiger und sind alle vernetzt. Dazu zählen auch die Sensoren, welche zur digitalen Vermessung der Welt ganz wesentlich beitragen und vollkommen neue Geschäftsmodelle entstehen lassen. Alles kann an das Netz angeschlossen werden. So wird der Weinbauer der Zukunft den Zustand seiner Reben aus der Ferne analysieren und per Drohne zielgenau behandeln können. Und die digitalen Sensoren in meinen Joggingsocken sagen mir wie ich besser laufen kann und ob ich die richtigen Schuhe benutze. Die Sensorik wird in allen Lebensbereichen die Ortung, Analyse und Vorhersage erheblich verbessern. 

Weitere Informationen unter: www.deutscher-it-Leiterkongress.de