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Mit digitaler Transformation in die Zukunft!

Mit digitaler Transformation in die Zukuft

Sascha Lobo, Autor, Vortragsredner, Publizist.
Bild: ©Reto Klar

Sascha Lobo ist bekannt als Deutschlands Internet-Punk. Er fällt auf, hält mit seiner Meinung nicht hinterm Berg und bringt Schwung in so manche Talk-Runde. Im Interview vermittelt Lobo einen ersten Eindruck, mit welchen Inhalten er auf dem Deutschen IT-Leiter-Kongress 2018 (DILK), vertreten sein wird.

Frage: Neben Ihrer Tätigkeit als Strategieberater sind Sie Digitalexperte, Journalist und Buchautor. In welcher Tätigkeit steckt die größte Leidenschaft von Ihnen? Warum? 
Lobo: Eigentlich habe ich nur eine Tätigkeit: die Digitalisierung verstehen. Ich möchte die Welt verstehen, und die befindet sich im Moment eben in toto in einer massiven Umwälzungsphase. Meine vielen, scheinbar unterschiedlichen Berufe gehen auf diesen Bereich zurück: Digitalisierung verstehen, darüber Artikel und Bücher schreiben, Vorträge halten, aus den erkannten Mustern Handlungsoptionen für Projekte und Unternehmen abzuleiten. Meine größte Leidenschaft steckt also im unbedingten Wunsch, die Digitalisierung zu begreifen und ihre Wirkung auf die Gesellschaft.

Frage: Wie steht Ihrer Meinung nach Deutschland im internationalen Vergleich dar, wenn es um die digitale Transformation geht?
Lobo: Besser als die meisten Leute glauben, aber doch schlechter als man hofft. In ein paar Bereichen ist Deutschland ein Totalausfall, in anderen dafür auch im Digitalen Weltspitze. Das ist soweit auch nicht schlimm, aber Sorgen mache ich mir überall dort, wo die klassische deutsche Ingenieursdenkweise an ihre Grenzen stößt. Zum Beispiel beim schnellen Ausprobieren und Weiterentwickeln von technologie-basierten Geschäftsmodellen. Oder in fast allen Bereichen, in denen Usability und Nutzerorientierung eine essentielle Rolle spielt. Deutschland ist kein Usability-Land, und das wird sich noch bitter rächen. Trotzdem gibt es eine ganze Reihe von Mittelständlern, die jetzt vielleicht nicht ganz die weltweit wirksame, magische Story von Elon Musk erzählen können mit Marslandung und livegetreamter Raketenexplosion, die aber trotzdem in ihren B2B-Sphären digitale Erfolgsgeschichten zu erzählen hätten.

Frage: Welche Fähigkeiten müssen IT-Leiter und IT-Verantwortliche haben, um digitale Veränderungen in Ihrem Unternehmen voranzutreiben?
Lobo: Zu allererst etwas vielleicht Ungewohntes: Diplomatie. Denn die allermeisten IT-Verantwortlichen wissen bereits viel, viel mehr als nötig, um die ersten Schritte der Transformation voranzutreiben. Nicht selten mangelt es ihnen aber an der Macht, diese Erkenntnisse auch in der strategischen Unternehmensführung in ausreichenden Umfang einzubringen. Dieses Dilemma lässt sich nur lösen, indem neue, tech-kundige CEOs das Unternehmen übernehmen – oder eben mit kluger, überzeugender Diplomatie.

Frage: Sie haben die Möglichkeit die IT-Verantwortung eines großen Unternehmens zu übernehmen. Welche Veränderungen würden Sie vorantreiben?
Lobo: Wahrscheinlich würde ich ausloten lassen, in welcher Form Künstliche Intelligenz Märkte und Prozesse des Unternehmens verändern wird. Allerdings müsste ich dazu sagen, dass ich ein lausiger Angestellter wäre, weil ich zwar eine Reihe von relevanten Erkenntnissen einbringen kann, aber nach ein paar intensiven, jedoch für Unternehmen nicht untypischen Arbeitstagen, würde ich erschöpft zusammenklappen und müsste mich drei Wochen ausruhen. Es hat ja einen Grund, warum ich Nachdenk- und Projektarbeit bevorzuge.

Frage: Vervollständigen Sie abschließend bitte folgenden Satz: Die digitale Transformation bietet Ihnen als IT-Leiter und IT-Verantwortliche…
Lobo: … vor allem zwei Möglichkeiten: Das Unternehmen entscheidend zu erneuern – oder irre zu werden.

Vielen Dank für das interessante Gespräch, Herr Lobo!

 

Weitere Informationen unter: www.deutscher-it-Leiterkongress.de