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Rechtsmarkt im Wandel: Was Juristen tun können, um „future ready“ zu sein

Rechtsmarkt im Wandel

Von Johannes Klostermann, Head of Innovation/UX Legal, Wolters Kluwer Deutschland

Zunehmende Informationskomplexität, sich ändernde Anforderungen von Kunden und Mandanten, neue Technologien, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und demographische Trends bringen Veränderungen mit sich, die den Rechtsmarkt der Zukunft nachhaltig prägen. Unser weltweite Studie Future Ready Lawyer hat ergeben, dass Juristen in Kanzleien, Rechtsabteilungen und bei Rechtsdienstleistern für die kommenden drei Jahren die folgenden fünf Trends als diejenigen mit den größten Auswirkungen ausmachen:

  1. Bewältigung zunehmender Informationsmenge und –komplexität
  2. Fokus auf verbesserte Effizienz und Produktivität
  3. Verständnis dafür, welche Technologien den höchsten Mehrwert bieten
  4. Sich ändernde Kunden- und Mandantenerwartungen erfüllen
  5. Finanzielle Themen, einschließlich höheren Preiswettbewerbs, neue/alternative Gebührenstrukturen, Kosteneinsparungen

Allerdings klafft eine besorgniserregende Lücke zwischen diesen kurzfristig zu erwartenden Triebkräften und dem Grad der Vorbereitung in den Organisationen: Während mehr als zwei Drittel der Juristen erwarten, dass sich diese Trends bis 2022 auf sie auswirken werden, sind laut Umfrage weniger als ein Drittel darauf vorbereitet.

Wir haben in der Studie kritische Bereiche ausgemacht, auf die sich Juristen konzentrieren sollten, um den künftig an sie gestellten Anforderungen gerecht zu werden. Mit dem Fokus auf ihre Zukunftsfähigkeit sollten Kanzleien und Unternehmen ihre eigenen Stärken und ihr Entwicklungspotenzial in folgenden Schlüsselkriterien bewerten:

FÜHRUNGSSTIL & UNTERNEHMENSKULTUR: Der Führungsstil sollte eine klare strategische Vision vermitteln und es sollte eine Unternehmenskultur geschaffen werden, die offen für Veränderungen ist, um die Ziele gemeinsam zu erreichen.
Ohne eine starke Führung und eine Kultur, die Veränderungen zulässt, werden sich Organisationen nicht weiterentwickeln können. Viele Juristen weisen in unserer Studie darauf hin, dass Führungskräfte mehr tun könnten, um ihre Organisationen zukunftsfähig zu machen. Tatsächlich geben 55 Prozent der Befragten in der Future Ready Lawyer Studie an, dass der Widerstand der Führung gegen Veränderungen und die Herausforderungen des Change Managements die größten Hindernisse für Veränderungen in ihren Organisationen darstellen.

POTENZIAL: Diversifizieren Sie das Fachwissen und die Fähigkeiten Ihrer Mitarbeiter, um die Potenziale und das Knowhow in Ihrem Unternehmen als Ganzes zu stärken.
Kanzleien und Rechtsabteilungen müssen sich breiter aufstellen, was die Kompetenzverteilung betrifft – das gilt auch für Technologieexperten. Rund acht von zehn der befragten Juristen geben an, dass der verstärkte Einsatz von Technologien bis 2022 eine größere Rolle bei der Erbringung von Dienstleistungen spielen wird. Doch das Fehlen von Fähigkeiten und technologischen Kenntnissen sind laut der Umfrageergebnisse die Hauptgründe, warum Organisationen neuen Technologien gegenüber ablehnend sind. Die gute Nachricht ist, dass die Befragten den wichtigsten Schritt bereits identifiziert haben, den Organisationen heute unternehmen müssen, um sich für die künftigen Herausforderungen bereit zu machen: die Einstellung von Technologiespezialisten.

TECHNOLOGIE: Erkennen Sie die Kundenbedürfnisse und konzentrieren Sie sich auf die technologischen Lösungen, die tatsächlich Ihre Pain Points adressieren.
Technologie kann Juristen dabei helfen, höhere Effizienz zu erzielen, bessere Ergebnisse zu erreichen und ihre Produktivität zu verbessern. Der Schlüssel hierfür ist ein gutes Verständnis für die Potenziale und Chancen, die sich aus dem gezielten Einsatz passender Technologien ergeben. Aus der Future Ready Lawyer Studie geht hervor, dass Unternehmen, die Technologien einsetzen, auf breiter Front besser abschneiden als diejenigen, die dies nicht tun. Solche Unternehmen sind zudem rentabler und die Akzeptanz der Technologie wird deutlich beschleunigt. Eine weitere Erkenntnis aus der Future Ready Lawyer Studie ist zudem, dass sich die Zahl der Juristen, die transformative Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), Big Data, robotergesteuerte Prozessautomatisierung, Blockchain, Predictive Analytics und Machine Learning einsetzen, bis 2022 nahezu verdoppeln wird.

PROZESS: Stellen Sie sicher, dass die besten und effektivsten Prozesse implementiert sind.
Die Vorteile von Technologie sind umso größer, wenn in Unternehmen bereits effektive organisatorische Workflows implementiert sind. Die Studie ergab beispielsweise, dass zwei Drittel der Juristen erwarten, dass ihre Unternehmen innerhalb der nächsten drei Jahre digitale Tools für intelligente Verträge nutzen sowie Predictive Analytics und Entscheidungshilfen einsetzen werden. Bei Juristen muss ein Verständnis dafür entstehen, wie diese Technologien ihre Prozesse und Arbeitsabläufe in ihren Unternehmen und möglicherweise auch das externe Rechtssystem verändern werden.

KUNDENZENTRIERUNG: Stellen Sie Kunden und Mandanten in den Mittelpunkt Ihres Handelns.
Führende Vertreter des Rechtsmarkts sind sich einig: Veränderte Kundenerwartungen werden eine treibende Kraft bei der Transformation sein. Die Kunden verlangen mehr für weniger, sie wollen für den gelieferten Wert statt für die geleisteten Arbeitsstunden bezahlen und sie erwarten einen einfachen Zugang zu Service und Fachwissen. In Zukunft muss der Kundenservice auf diesen Erkenntnissen beruhen und kollaborativer, zugänglicher, spezialisierter und preissensibler sein. Mit der zunehmenden Digitalisierung von Kundendaten können auch technologische Fähigkeiten ein Differenzierungsmerkmal sein, da Unternehmen Datenanalysen nutzen, um bessere Erkenntnisse über ihre Kunden zu gewinnen.

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Über die Studie Future Ready Lawyer

Die Future Ready Lawyer Studie 2019 von Wolters Kluwer beruht auf quantitativen Interviews mit 700 Juristen aus Anwaltskanzleien, Rechtsabteilungen und Dienstleistungsunternehmen in den USA und zehn europäischen Ländern – UK, Deutschland, den Niederlanden, Italien, Frankreich, Spanien, Polen, Belgien, Ungarn und der Tschechischen Republik.
Untersucht wurde, wie sich Technologie und andere Faktoren auf die Zukunft des Rechts innerhalb von Kernbereichen auswirken werden, und inwieweit juristische Organisationen vorbereitet sind, damit umzugehen. Die Studie wurde online im Auftrag von Wolters Kluwer durch eine führende internationale Forschungseinrichtung vom 10. Dezember 2018 bis 13. Januar 2019 durchgeführt.