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Wolters Kluwer ExpertTalks am 7.11.2019 - Mary-Rose McGuire

Mary-Rose McGuire, Inhaberin des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Recht des Geistigen Eigentums sowie deutsches und europäisches Zivilprozessrecht an der Universität Osnabrück ist einer unserer Referenten auf den Wolters Kluwer ExpertTalks „Patentrecht der Zukunft: Digitalisierung, AI, Smart Data“. Melden Sie sich kostenlos an und diskutieren Sie mit ihr über Patentschutz für AI.

Was ist Ihr Fachgebiet?

Das Recht des Geistigen Eigentums mit einem Schwerpunkt auf Technologieschutz. Dazu zählen Patentrecht und Geheimnisschutz sowie - mit Blick auf digitale Innovationen - auch das Urheberrecht. Neben der Frage, wie man seine Leistung am besten schützt, befasse ich mich auch mit der rechtsgeschäftlichen Verwertung (Technologietransfer, Lizenzverträge).

Was müssen Juristen tun, um zukunftsfähig zu sein/werden?

Am besten die Angst vor dem technischen Sachverhalt ablegen und darauf vertrauen, dass das bestehende Recht schon seit 100 Jahren ausreichend flexibel ist, um neue Probleme sinnvoll zu bewältigen.

Welche Entwicklungen und Veränderungen erwarten Sie für den Rechtsmarkt in den kommenden 5 bis 10 Jahren und welche Rolle spielt die Digitalisierung?

Viele repetitive Aufgaben können zuverlässiger und schneller von Software erledigt werden, sofern man diese korrekt anwendet. Ich erwarte, dass man weniger, dafür aber bessere Juristen braucht; nämlich die, die das können, was Maschinen nicht leisten: die verständige Auslegung von Gesetzen, die (Be)Wertung mit Menschenverstand sowie die Entwicklung neuer Lösungen für neue Probleme, sei es in der Vertragsgestaltung oder Gesetzgebung.

Wie wirkt sich die immer schnellere technische Entwicklung auf das Patentrecht aus?

Vorerst in einer steigenden Anzahl von Patentanmeldungen und einer potentiellen Überforderung kleinerer Marktteilnehmer; langfristig hoffentlich in der Erkenntnis, dass die Möglichkeit, technische Tools für die Problemlösung einzusetzen, zu entsprechend höheren Anforderungen an die Erfindungshöhe - und dann zu weniger Patenten - führen muss. Wahrscheinlich viel wichtiger ist aber, dass die neuen Technologien insbesondere die Recherche, aber wohl auch Anmeldung und Durchsetzung unterstützen werden. Das wird sich auf die Berufsträger auswirken, die - wenn sie mit den Tools vertraut sind - in weniger Zeit bessere und interessantere Arbeit leisten können.

Müssen Patentrechtler sich auf die immer schnellere technische Entwicklung anders anpassen als in früheren Phasen des technischen Fortschritts?

Natürlich wirken aktuelle Entwicklungen häufig bedrohlicher als die, die man schon gut überstanden hat. Sicherlich gilt aber auch hier: Wer die Befassung mit neuen Entwicklungen scheut, wird nicht um sie herumkommen, sondern allenfalls schlechte Laune haben, weil er/sie dann permanent hinterherhinkt.

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